13 Dez

Test: FOCUS MARES CX FORCE 1

Nach dem bereits vorhergehenden Teaser zum FOCUS Mares Force 1 folgt hier nun ein etwas ausführlicherer Fahrbericht zum Flaggschiff der inzwischen in Stuttgart ansässigen Marke.
Seit der Vorstellung des neuen Mares im Jahr 2015 unterlief der einstmalig in Cloppenburg beheimatete Crossbolide stets weiteren Modellpflegen und ist damit technisch sowie optisch eine der Referenzen wenn es um ambitionierten Querfeldein-Sport geht.
Flatmount Bremsstandard, interne Kabelführung in der Gabel sowie das hauseigene 12mm R.A.T. Steckachssystem in der EVO-Variante gehören neben zeitgerechten Grafik-Dekoren zu den wesentlichen Neuerungen für 2017.

Elegant, leicht und aggressiv. Das Mares sieht nicht nur schnell aus. In die Entwicklung flossen etliche Jahre an Rennsporterfahrung. Für viele ambitionierte Racer ist FOCUS nach wie vor erste Wahl.

Elegant, leicht und aggressiv. Das Mares sieht nicht nur schnell aus. In die Entwicklung flossen etliche Jahre an Rennsporterfahrung. Für viele ambitionierte Racer ist FOCUS nach wie vor erste Wahl.

Fahreigenschaften:

Weiterhin einer der wichtigsten Charakterzüge: die aggressive Geometrie. Die sorgt vor allem auf technischen Streckenabschnitten für mächtig Kontrolle und Geschwindigkeit. Grund dafür ist – der vergleichsweise zu anderen Herstellern – flachere Lenkwinkel und der moderat bis lange Reach des Mares, der auch kürzere Vorbauten erlaubt – eine Kombination die gerade Mountainbike-Quereinsteigern sehr zu gute kommt.

Allerdings lässt sich das Mares dennoch quirlig wie ein Wiesel um jede Ecke zirkeln und vermittelt so jede Menge an Agilität und Spaß.
Mit 7,7kg lässt sich das Mares zudem superb beschleunigen und sprintet an knackigen Anstiegen gazellenartig und elegant bergauf.

Der 74,5° steile Sitzwinkel tut da sein übriges bei. Dadurch sitzt man nicht zu weit auf dem Hinterrad und hat stets Druck auf dem Pedal – ohne dass die Front in technischen Anstiegen zu steigen droht.

Integration groß geschrieben: Beim Mares laufen alle Kabel im inneren des Carbon-Boliden und sind optisch sauber aufgeräumt. Ein Feature, welches gerade beim Schultern sehr entgegen kommt, da keine lästigen Kabelagen im Weg sind. Ebenso integriert sind die FOCUS eigenen 12mm R.A.T. Steckachsen, die durch ihren patentierten Schließmechanismus einen Radwechsel in nur wenigen Sekunden erlauben.

Steif wo es sein muss, so elegant wie es nur geht und so leicht wie möglich – das hochaufwendige und eigens ausgetüftelte Carbon Layup der FOCUS Ingenieure aus Stuttgart ist bis in die letzte Faserlegung durchdacht. Nur so lassen sich die letzten Gramm sparen und machen Rahmen sowie Gabel zu einer der leichtesten Kombinationen im Cross-Sport.

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Zeit für Experimente. Macht ein 46er Lenker Sinn? In unseren Augen definitiv – insbesondere auf technisch anspruchsvolleren Kursen mit längeren Abfahrten. Die Stellung der Bremshebel war ein weiteres Parameter an das wir uns heranwagten. Aufgrund der bissigen Disc-Stopper von SRAM ist das Fahren am Unterlenker in ruppigem Gelände ein Relikt vergangener Tage. Von neutral bis recht steil nach oben testeten wir mehrere Positionen der Bremshebel und waren schlussendlich von einer etwas steileren Position recht angetan (die Position auf den Fotos entsprach der krassesten Neigung und war schon zu sehr nach oben gerichtet). Grund dafür ist schlichtweg der bessere Halt, bzw. das bessere Gefühl an Grip und Kraft – jenes ist aber sowieso dem persönlichen Gusto unterzuordnen.

Ausstattung:

Das Force 1 ist die von FOCUS angebotene Top-Ausstattungsvariante und kommt – wie der Name bereits verrät – mit SRAM Force 1×11 sowie 160/140mm Disc-Stoppern. Letztere lassen sich übrigens einwandfrei dosieren und problemlos mit einem Finger bremsen.
Die Schwalbe X-One Reifen können dank der DT Felgen direkt auf Tubeless umgebaut werden. Trotz des ein oder anderen Durchschlags bei geringem Luftdruck unter 2.0bar blieb der Reifen aber stets an Ort und Stelle und verlor keinerlei Luft. Kein Burping, kein Verrutschen. Lediglich das Profil des X-One kommt bei sehr matschigen Kursen an seine Grenzen, da die Selbstreinigung aufgrund der zu hohen Stollendichte überfordert ist.
Hier wären klassische Profile a la Dugast und Challenge wünschenswertere Kandidaten.
Die R23 Laufräder von DT sind solide Begleiter auf Trainingsfahrten, verlangen aber nach einem Zweit-Laufradsatz für ambitionierte Rennsportler, die auf Schlauchreifen setzen und das letzte Gramm sparen wollen.

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Für den nötigen Komfort auf ruppigem Terrain sorgt die FOCUS eigens entwickelte und zum Mares passende Concept CPX Sattelstütze, die mit ihrem speziellen Stützenkopf kleinste Schläge spürbar herausfiltert und für entsprechenden Komfort sorgt.

Fazit:

FOCUS offeriert mit dem Mares weiterhin eine absolut zeitgemäße und moderne Interpretation eines highend Cyclocross Bikes. Einmal im Sattel Platz genommen, will man hier nicht mehr absteigen. Die Geometrie bringt sofort den gewünschten Wohlfühl-Effekt, technische Detaillösungen und eine mehr als durchdachte Entwicklung drücken das Gewicht und machen es zu einem der leichtesten Rahmen-Gabel Sets auf dem Markt.
Für ambitionierte Racer und Fahrer die gerne mal am Gashahn drehen, ist das Mares absolut mit in der vordersten Reihe.

weitere Links:

Focus Mares 2017 Bilder

 

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