Dieses Rezept habe ich vor fast 20 Jahren von meiner Tante und meinem Onkel gelernt. 2007 stellte ich es bei Chefkoch online – lange bevor radcross. zum Thema wurde.
Heute ist die grobe Bratwurst in Senf-Sahne-Sauce für mich noch immer ein echtes Wohlfühlessen. Nicht kompliziert, nicht besonders fein, aber herzhaft, cremig und genau richtig, wenn es einfach gut schmecken soll.
Und offenbar bin ich damit nicht allein. Bis heute schicken mir Kumpels Bilder, wenn sie das Rezept wieder gekocht haben. Meist mit einem Satz, der ungefähr so beginnt: „Endlich mal wieder …“
Der Geschmack entsteht aus wenigen Dingen: kräftig gebräunter Bratwurst, Senf, Sahne und den Röstaromen aus Pfanne oder Grill. Paprika und Cayenne bringen Würze, etwas Zucker oder Ahornsirup gleicht die Senfschärfe aus. Wer es schärfer mag, gibt Peperoni dazu.

Kochen war schon vor den Fahrrädern da
radcross. ist über Fahrräder, Gravel und die Zeit draußen gewachsen. Die Freude am Kochen war aber schon vorher da. Das alte Chefkoch-Rezept ist ein ziemlich greifbarer Beleg dafür.
Gelernt habe ich das Gericht nicht aus einem Kochbuch, sondern in der Familie. Genau so werden Rezepte oft weitergegeben: Man schaut zu, probiert selbst und verändert mit der Zeit ein paar Dinge, bis daraus die eigene Version wird.
Die Basis ist dabei geblieben. Grobe Bratwurst, Senf und Sahne. Dazu Zwiebeln, etwas Knoblauch und eine Würzung, die irgendwo zwischen herzhaft, süß und scharf liegt.

Erst Farbe. Dann Sahne.
Entscheidend ist, dass die Bratwurst wirklich Farbe bekommt. Heute habe ich sie auf dem Grill rundherum kräftig gebräunt. Wer das Gericht komplett in der Küche zubereitet, macht genau das in einer großen Pfanne.
Während die Würste garen, werden Zwiebeln und etwas Knoblauch klein geschnitten. Beides kommt mit etwas Senf in die heiße Pfanne und darf ebenfalls ordentlich anrösten.


Die Sauce holt alles aus der Pfanne
Die gebräunten Bratwürste werden in Stücke geschnitten und kommen zurück in die Pfanne. Dann wird mit Sahne abgelöscht. Jetzt darf alles noch einmal aufkochen, damit sich der Ansatz vom Pfannenboden löst und in der Sauce landet.
Paprikapulver und Cayennepfeffer bringen Würze. Wer Schärfe mag, schneidet Peperoni dazu. Zum Schluss kommt ein wenig Zucker in die Sauce – oder, wie bei mir heute oft, ein Schuss Ahornsirup. Nicht, damit das Gericht süß wird, sondern damit Senf und Schärfe runder zusammenfinden.
Nudeln, Kartoffeln – und am nächsten Morgen Brot
Bei uns landet die Bratwurst meistens mit Nudeln auf dem Teller. Kartoffeln passen aber genauso gut, weil beide Beilagen die kräftige Sauce aufnehmen.
Und dann gibt es noch den kleinen Geheimtipp, der seit Jahren zum Rezept gehört: Falls etwas übrig bleibt, schmeckt die kalte Bratwurst am nächsten Tag auf einer Scheibe Brot erstaunlich gut. Nach einer langen Nacht sogar besonders gut – und sie bringt einen zuverlässig wieder auf die Beine.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum dieses Essen geblieben ist. Es braucht keinen besonderen Anlass. Nur Hunger, eine Pfanne und ein paar Zutaten, die zusammen nach Zuhause schmecken.
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