Bereits im März habe ich auf der Cyclingworld in Düsseldorf ein Ausstellungsrad gekauft: ein SOUR Purple Haze. Danach stand es erst einmal mehrere Monate in der Garage.
Nicht, weil die Lust gefehlt hätte. Es waren einfach zu viele Termine und dazwischen zu wenig Zeit, das Rad in Ruhe auf mich einzustellen und den Aufbau zu vervollständigen.
Jetzt ist die noch fehlende Restrap Saddle Bag angekommen. Ich habe Sattelhöhe und Lenker angepasst, alles noch einmal durchgesehen und das Purple Haze so vorbereitet, wie ich es künftig nutzen möchte. Jetzt ist es endlich ready to roll.
Mein SOUR Purple Haze verbindet einen 4130-Chromoly-Rahmen mit Carbongabel, einer unkomplizierten Microshift-Sword-Schaltung und einem bewusst funktionalen Bikepacking-Setup. Restrap-Taschen, Front Rack, Schutzbleche und dynamobetriebene Supernova-Beleuchtung machen es für mich zur Basis für Touren, bei denen Alltagstauglichkeit wichtiger ist als ein möglichst spektakuläres Datenblatt.

Ein Messekauf mit Verzögerung
Auf der Cyclingworld stand das Rad als Ausstellungsbike. Der Aufbau hat mich direkt angesprochen, weil er nicht unnötig kompliziert wirkt: ein cleaner Stahlrahmen, eine Carbongabel und Komponenten, die vor allem funktionieren sollen.
Gekauft habe ich das Rad trotzdem nicht für die Garage. Die Idee war von Anfang an, daraus ein Gravelbike für längere Tagestouren und Bikepacking zu machen. Nur kam nach der Messe erst einmal der normale Alltag dazwischen.
Vielleicht war diese Pause gar nicht schlecht. Statt sofort noch mehr Teile anzubauen, konnte ich mir überlegen, was wirklich fehlt. Am Ende war es vor allem zusätzlicher Stauraum am Heck.


Einfach, clean und sinnvoll aufgebaut
Die Basis bildet ein Rahmen aus 4130 Chromoly in Kombination mit einer Carbongabel. Dazu kommen Laufräder von Hunt und Schwalbe G-One R Pro Reifen. Geschaltet wird mit Microshift Sword, Steuersatz und Innenlager stammen von Acros.
Beim Sattel setzt das Rad auf einen Brooks Cambium C15. Das ist kein Aufbau, der über einzelne besonders exotische Komponenten wirken muss. Genau das gefällt mir daran: Die Ausstattung bleibt optisch ruhig und ergibt zusammen ein sehr stimmiges, zweckmäßiges Rad.


Vorne Rando. Hinten 14 Liter.
Vorne sitzt eine Restrap Rando Bag auf einem Front Rack von Old Man Mountain. Die Tasche ist dadurch nicht direkt am Lenker aufgehängt, sondern bekommt eine stabile Plattform. Hinten ergänzt nun die Restrap Saddle Bag mit 14 Litern Volumen den Stauraum.
Damit ist das Rad nicht maximal beladen und auch nicht für jede denkbare Reise ausgerüstet. Es ist so aufgebaut, dass ich für eine Tour Kleidung, Verpflegung und die wichtigsten Dinge sinnvoll unterbringen kann, ohne den cleanen Charakter des Rads komplett zu verlieren.


Licht an. Schutzbleche dran.
Für mich gehören zu einem Rad, das nicht nur bei perfektem Wetter funktionieren soll, auch Schutzbleche und verlässliches Licht. Das Purple Haze ist deshalb mit Front- und Rücklicht von Supernova ausgestattet, die über einen Nabendynamo versorgt werden.
Ich muss vor einer längeren Tour also nicht daran denken, noch einen Akku zu laden. Die Schutzbleche halten auf nassen Wegen zumindest einen großen Teil von Spritzwasser und Dreck ab. Zusammen sind das eher unspektakuläre Details – unterwegs können sie aber den entscheidenden Unterschied machen.
Noch kein Test. Aber ein klarer Plan.
Bislang ist das hier ausdrücklich kein Fahrbericht und kein Langzeittest. Ich habe das Rad auf mich eingestellt und einsatzbereit gemacht, aber die Touren, für die der Aufbau gedacht ist, liegen noch vor mir.
Der erste Eindruck vom gesamten Konzept ist trotzdem genau der, den ich mir gewünscht habe: relativ einfach, sehr funktional und optisch clean. Jetzt möchte ich in den kommenden Wochen Kilometer sammeln, herausfinden, wie sich die Gepäckverteilung bewährt, und schauen, ob ich am Setup überhaupt noch etwas ändern will.
Nach mehreren Monaten in der Garage ist der wichtigste Schritt jedenfalls erledigt: Das SOUR Purple Haze wartet nicht mehr auf eine weitere Tasche oder die richtige Gelegenheit. Es kann losgehen.
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